{"id":143,"date":"2011-08-09T12:21:04","date_gmt":"2011-08-09T12:21:04","guid":{"rendered":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/?page_id=143"},"modified":"2022-09-29T11:09:21","modified_gmt":"2022-09-29T09:09:21","slug":"zeichentheorie-semiotik-semiologie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/recommendations\/zeichentheorie-semiotik-semiologie\/","title":{"rendered":"zur Zeichentheorie, Semiotik, Semiologie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Literaturempfehlungen zu Zeichentheorien (Semiotik)<\/strong><\/p>\n<p>In der Semiotik oder auch Semiologie, jenen Wissenschaften, die Entstehung, Ordnung und Gebrauch von Zeichen zum Gegenstand haben, nimmt man an, dass letztlich alles ein Zeichen sein kann. Ganz gleich ob es sich hierbei um einen konkreten Gegenstand, einen Sinneseindruck oder einen Gedanken handelt. Diese Annahme ist plausibel aber in ihrer Konsequenz radikal. Denn sie bedeutet, dass nicht nur jene Dinge Zeichen sind, die zum Zeichenzwecke gemacht zu sein scheinen, wie z.B. Verkehrsschilder, Logos, Markenzeichen sowie vieles Erdenkliche mehr, sondern dass wirklich alles Zeichen sein kann. \u201e<em>Die ganze Welt w\u00e4re somit vorstellbar als ein Kosmos von Zeichen<\/em>.\u201d (<em>Uwe Wirth: Die Welt als Zeichen und Hypothese. Perspektiven des semiotischen Pragmatismus von Charles. S. Peirce.<\/em>). Oder um es mit Worten Robert Musils (aus der Mann ohne Eigenschaften) zu sagen<em>: <strong><em>\u201eDer wirkliche Zustand des Menschen ist der, wo alles Zeichen ist.\u201d<\/em><\/strong><\/em><strong><br \/>\n<\/strong><br \/>\nZeichen sind nicht immer schon als feststehende Bedeutungstr\u00e4ger einfach so vorhanden, sondern sie sind vielmehr als eine Art von Relation zu verstehen. Zeichen entstehen, wandeln sich und vergehen auch wieder, im Prozess schier unendlicher Interpretationen. So realisiert sich auch dieser kurze Text erst durch Wahrnehmung und Interpretation von geneigten Leserinnen, Lesern. Es geht also um nichts weniger als den Prozess des \u201e<em>\u2026 Zustandekommen(s) von Bedeutung<\/em>\u201d. <em>(Algirdas Julien Greimas)<\/em><br \/>\nObschon moderne Zeichentheorien alle mehr oder weniger das zentrale Element Zeichen zum Gegenstand haben, sind sie in ihren Begrifflichkeiten und Blickwinkeln sehr different. Diese sind gelenkt durch unterschiedliche Denkstr\u00f6mungen und Theoriegebilde und ihre jeweiligen historischen Kontexte, so zum Beispiel durch die Philosophie \u2013 insbesondere jene des Pragmatismus vertreten durch Charles Sanders Peirce (Semiotik) oder durch eher linguistisch geschulte Denkstr\u00f6mungen \u2013 wie die des Strukturalismus mit seinen prominenten Vertretern Ferdinand de Saussure oder Roland Barthes (Semiologie). (<em>Einen sehr guten Gesamt\u00fcberblick bietet Winfried N\u00f6ths Handbuch der Semiotik, ein sehr zu empfehlendes Nachschlagewerk<\/em>). Die Zeichen-, wie auch Kommunikationstheorien reichen tief hinein in das, was wir Kultur und Gesellschaft nennen und sind daher auch nicht frei von Ideologien und \u201everfeindeten\u201d Lagern. Das macht die Besch\u00e4ftigung mit diesem Theoriefeld nicht unbedingt leichter aber in jedem Fall aufregender.<br \/>\nAls Designerin und Designer kommt man schlichtweg nicht umhin, sich mit den Theorien zur Genese, Ordnung und dem Gebrauch von Zeichen auseinander zu setzen. Design ist ja an der Erzeugung, der Antizipation des m\u00f6glichen Gebrauchs von Zeichen und Bedeutung massgeblich beteiligt und selbst der Analyse- und Entwurfsprozess ist m\u00f6glicherweise nichts anderes als eine Kette von risikoreichen Schlussfolgerungen \u2013 Abduktionen. Und letztlich handelt es sich, bei dem was wir Identit\u00e4t nennen, immer auch um komplexe Zeichen- und Kommunikationsprozesse.<\/p>\n<p><em>Literatur zum Einstieg:<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Barthes, Roland<br \/>\n<strong>Mythen des Alltags.<\/strong><br \/>\nSuhrkamp Verlag. 27. Auflage. 1964<\/p>\n<p>Barthes, Roland<br \/>\n<strong>Das Reich der Zeichen.<\/strong><br \/>\nSuhrkamp Verlag. 16. Auflage. 1981<\/p>\n<p>Eco, Umberto<br \/>\n<strong>Einf\u00fchrung in die Semiotik.<\/strong><br \/>\nVerlag: UTB, Stuttgart. 9. unver\u00e4nderte Auflage. 2002<\/p>\n<p>Eco, Umberto<br \/>\n<strong>Zeichen. Einf\u00fchrung in einen Begriff und seine Geschichte.<\/strong><br \/>\nSuhrkamp Verlag. 15.. Auflage. 1977<\/p>\n<p>J\u00e4ger, Ludwig<br \/>\n<strong> Ferdinand de Saussure zur Einf\u00fchrung.<\/strong><br \/>\nJunius Verlag. 1. Auflage. 2007<\/p>\n<p>Keller, Rudi<br \/>\n<strong>Zeichentheorie. Zu einer Theorie semiotischen Wisssens.<\/strong><br \/>\nVerlag: UTB Francke. 1995<\/p>\n<p>Pape, Helmut<br \/>\n<strong>Charles Sanders Peirce. Zur Einf\u00fchrung.<\/strong><br \/>\nVerlag: UTB, Stuttgart. 9. unver\u00e4nderte Auflage. 2002<\/p>\n<p>Krippendorff, Klaus:<br \/>\n<strong>Die semantische Wende.<\/strong><br \/>\nEine neue Grundlage f\u00fcr Design. Basel: Birkh\u00e4user, 2012.<\/p>\n<p><strong><em><br \/>\nweiterf\u00fchrende Literatur<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Barthes, Roland<br \/>\n<strong>Die Sprache der Mode.<\/strong><br \/>\nSuhrkamp Verlag. 8. Auflage. 1985<\/p>\n<p>de Saussure, Ferninad<br \/>\n<strong>Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft.<\/strong><br \/>\nVerlag:\u00a0Gruyter. 3. Auflage. 2001<\/p>\n<p>Peirce, Charles Sanders<br \/>\n<strong>Ph\u00e4nomen und Logik der Zeichen<\/strong><br \/>\nSuhrkamp Verlag. 1. Auflage. \u00a01983<\/p>\n<p>Peirce, Charles Sanders<br \/>\n<strong>Semiotische Schriften<\/strong><br \/>\nSuhrkamp Verlag.2. Auflage. \u00a02000<\/p>\n<p>Keller, Rudi\/Kirschbaum Ilja<br \/>\n<strong>Bedeutungswandel. Eine Einf\u00fchrung.<\/strong><br \/>\nVerlag: Gruyter. 1. Auflage. 2003<\/p>\n<p>Schreibmayr, Werner<br \/>\n<strong>Niklas Luhmanns Systemtheorie und Charles Sanders Peirce Zeichentheorie. Zur Konstruktion einer Zeichentheorie.<\/strong><br \/>\nVerlag: Niemeyer. 1. Aufl. 2004<\/p>\n<p>N\u00f6th, Winfried<br \/>\n<strong>Handbuch der Semiotik.\u00a0<\/strong><br \/>\nVerlag:\u00a0Metzler. 2. \u00fcberarbeitete Auflage.<\/p>\n<p>Posner, Roland\/Robering, Klaus\/Sebeok, Thomas<br \/>\n<strong>Semiotik. Ein Handbuch zu den zeichentheoretischen Grundlagen von Natur und Kultur.<br \/>\n<\/strong>Verlag: Gruyter. 1. Auflage. 2004<\/p>\n<p>Wilk, Nicole M.<br \/>\n<strong>K\u00f6rpercodes. Die vielen Gesichter der Weiblichkeit in der Werbung.<\/strong><br \/>\nCampus Verlag. 1. Auflage. 2002<\/p>\n<p>Wirth, Uwe<strong><br \/>\nDie Welt als Zeichen und Hypothese. Perspektiven des semiotischen Pragmatismus von Charles Sanders Peirce.<br \/>\n<\/strong>Suhrkamp Verlag. 1. Auflage. 2000.<\/p>\n<p>Jakobson, Roman<br \/>\n<span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\"><strong>Poetik: Ausgew\u00e4hlte Aufs\u00e4tze 1921\u20131971<\/strong><br \/>\nsuhrkamp taschenbuch wissenschaft.\u00a0<\/span><span class=\"a-size-medium a-color-secondary a-text-normal\">1979<\/span><\/p>\n<p><strong>Zeitschrift f\u00fcr Semiotik<br \/>\n<\/strong> Erscheinungsweise: viertelj\u00e4hrlich<br \/>\nStuffenberg Verlag.<br \/>\n<strong><br \/>\nDGS e.V.<br \/>\nDeutsche Gesellschaft f\u00fcr Semiotik<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.semiotik.eu\">http:\/\/www.semiotik.eu<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":32,"featured_media":0,"parent":5,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"scoped_notify_notify_others":"yes","footnotes":""},"class_list":["post-143","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/143","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/users\/32"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=143"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/143\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1884,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/143\/revisions\/1884"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=143"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}