{"id":148,"date":"2011-08-09T12:29:05","date_gmt":"2011-08-09T12:29:05","guid":{"rendered":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/?page_id=148"},"modified":"2020-03-20T10:50:56","modified_gmt":"2020-03-20T09:50:56","slug":"literatur-kommunikationswissenschaften","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/recommendations\/literatur-kommunikationswissenschaften\/","title":{"rendered":"zu Kommunikationstheorien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Literaturhinweise zur Kommunikationstheorie<\/strong><\/p>\n<p>Zweifellos entstammt das Wort <em>Kommunikation<\/em>\u00a0 der lateinische Sprache. Das Wort <em>\u201ecommunicare<\/em>\u201d kann als \u201e<em>gemeinsam machen, zusammenlegen aber auch teilen und mitteilen, sich besprechen<\/em>\u201d \u00fcbersetzt werden. Abgeleitet sei es von der Zusammenziehung der W\u00f6rter \u201e<em>com<\/em>\u201d und \u201e<em>munis<\/em>\u201d. Also \u201e<em>communis<\/em>\u201c gleich \u201e<em>gemeinschaftlich<\/em>\u201d bzw. \u201e<em>allgemein<\/em>\u201d. Eine sprachwissenschaftlich riskante Herleitung sieht in der Kombination der Begriffe \u201e<em>com<\/em>\u201d und \u201e<em>moenia<\/em>\u201d den eigentlichen Ursprung. \u201e<em>moenia<\/em>\u201c l\u00e4sst sich mit \u201eVerschanzung bzw. Festungsmauer\u201d \u00fcbersetzen. Kommunikation w\u00e4re dann so etwas, <em>wie das gemeinsame Hocken hinter einer Festungsmauer<\/em>. Also etwas das Menschen in jene innerhalb einer Mauer und solche au\u00dferhalb jener Mauer <em>teilt<\/em>. Tats\u00e4chlich bezeichenete im Mittelalter die \u201e<em>communication<\/em>\u201d eine Art Wehrgang, welcher Wehrt\u00fcrme miteinander verband und der dazu genutzt wurde, allerlei Waffen und Material zu transportieren, welches man zur Verteidigung von der Stadtmauer auf die anst\u00fcrmenden Feinde herunter werfen konnte.<\/p>\n<p><em>Gibt man heutzutage das Wort Kommunikation in die Suchmaschine Google ein, f\u00f6rdert diese innerhalb von nur 0.14 Sekunden rund 983.000.000 Ergebnisse zu Tage.<\/em><br \/><em> Nun ist es so, dass ist die Anzahl von Festungsmauern seit dem Mittelalter keineswegs derart angestiegen ist, dass ein solches Suchergebnis gerechtfertigt w\u00e4re. Es muss also etwas anderes sein, was dazu f\u00fchrt, dass so best\u00e4ndig und inflation\u00e4r \u00fcber Kommunikation kommuniziert wird. M\u00f6glicherweise haben sich die ehemals tats\u00e4chlich vorhandenen Burgmauern neuerdings zu mentalen Be- und Ausgrenzungen in unserem Denken gewandelt und sind dort Stein um Stein angewachsen?<\/em><\/p>\n<p>Viele Begriffe, die uns im allgemeinen Sprachgebrauch zun\u00e4chst eindeutig erscheinen, erweisen sich bei n\u00e4herer Betrachtung als \u00e4u\u00dferst ambivalent \u2013 so auch der Begriff Kommunikation. Einerseits formulierte der Kommunkationswissenschaftler Paul Watzlawick zu recht \u201e<strong>you cannot not communicate<\/strong>\u201d und behauptete damit die nicht mehr zu hintergehende Allgegenwart von Kommunikation und andererseits postulierte der ebenso ber\u00fchmte Systemtheoretiker Niklas Luhmann, <strong>das Kommunikation unwahrscheinlich sei<\/strong> und trifft auch damit einen weiteren zentralen Aspekt, n\u00e4mlich dass ein Zustandekommen von Kommunikation und ihre Anschlussf\u00e4higkeit und letztlich ihr Erfolg an grundlegende Voraussetzungen gekn\u00fcpft ist.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man all dies einfach im Raum stehen lassen, w\u00e4re man als Designerin und Designer nicht best\u00e4ndig damit besch\u00e4ftigt Kommunikation auf die unterschiedlichsten Weisen zu gestalten, zu erm\u00f6glichen oder gar zu vereinfachen. Damit aus diesem ganz praktischen Bem\u00fchen nicht nur weitere Mauern des Unverst\u00e4ndnisses erwachsen, ist eine Besch\u00e4ftigung mit der Frage: Was denn Kommunikation und ihre Theorie sei, eine recht sinnvolle und spannende Angelegenheit.<\/p>\n<p>Neben Literaturen wie jene des oben erw\u00e4hnten Konstruktivisten und Psychologen Paul Watzlawick, welche sich durch ein hohes Ma\u00df an Anschaulichkeit und Verst\u00e4ndlichkeit auszeichnen \u2013 geradezu unterhaltsam sind,\u00a0 gibt es Theorien, die komplexer sind und die tief in das hineinf\u00fchren, was wir Gesellschaft nennen. Solche Gro\u00dftheorien, wie die von Niklas Luhmann oder jene von J\u00fcrgen Habermas, sind in ihrem universellen Anspruch weitreichend und keineswegs einfach zu schm\u00f6kern. Hier empfiehlt es sich f\u00fcr Einsteiger*innen zun\u00e4chst entsprechende Einf\u00fchrungsliteratur zu konsultieren.<\/p>\n<p><em>Literatur zum Einstieg:<\/em><\/p>\n<p>Berghaus, Margot<strong><br \/><strong>Luhmann leicht gemacht. Eine Einf\u00fchrung in die Systemtheorie.\u00a0<\/strong><br \/><\/strong>Verlag: UTB, Stuttgart. 3., \u00fcberarb. u. erg. Aufl. \u00a02011<\/p>\n<p>Reese-Sch\u00e4fer, Walter<br \/><strong>J\u00fcrgen Habermas.<\/strong><br \/>Verlag: Campus. 1. Auflage. 2001<\/p>\n<p>Sch\u00fctzeichel, Rainer.<br \/><strong>Soziologische Kommunikationstheorien.<\/strong><br \/>Verlag: UTB. 1. Auflage. 2004<\/p>\n<p>Schulz von Thun, Friedemann.<br \/><strong>Miteinander Reden. St\u00f6rungen und Kl\u00e4rungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation.<br \/><\/strong>Verlag: rororo (1. April 2011)<\/p>\n<p>\u00dcding, Gerd<br \/><strong>Grundriss der Rhetorik. Geschichte \u2013 Technik \u2013 Methode<br \/><\/strong><span class=\"Apple-style-span\"><span style=\"color: #000000;font-family: verdana,arial,helvetica,sans-serif;font-size: x-small\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"margin: 0px;padding: 0px;border-width: 0px;font-weight: inherit;font-style: inherit;font-size: 13px;font-family: inherit;vertical-align: baseline;line-height: normal\">Verlag:\u00a0C.H.Beck. 5. Auflage. 2011<br \/><\/span><\/span><\/span><span class=\"Apple-style-span\" style=\"margin: 0px;padding: 0px;border-width: 0px;font-weight: inherit;font-style: inherit;vertical-align: baseline\"><span style=\"color: #000000;font-family: verdana,arial,helvetica,sans-serif;font-size: x-small\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"line-height: normal\">ISBN-10:\u00a0<\/span><\/span><span class=\"Apple-style-span\">3406462650<\/span><\/span><\/p>\n<p>von Foerster,Heinz\/von Glasersfeld,Ernst\/Hejl,Peter M.\/Schmidt, Siegfried J.\/Watzlawick, Paul<br \/><strong>Einf\u00fchrung in den Konstruktivismus.<br \/><\/strong>Verlag: Piper. 12. Auflage: 12. 1992.<\/p>\n<p>Watzlawick, Paul\/Janet H. Beavin\/Jackson, Don<br \/><strong>Menschliche Kommunikation: Formen, St\u00f6rungen, Paradoxien.<br \/><\/strong>Verlag:\u00a0Huber, 12. unver\u00e4nderte Auflage. 2011<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Baecker, Dirk<br \/><strong>Form und Formen der Kommunikation<br \/><\/strong>Suhrkamp Verlag. 2. Auflage. \u00a02007.<\/p>\n<p>Habermas, J\u00fcrgen<br \/><strong>Theorie des kommunikativen Handelns.<br \/><\/strong>Suhrkamp Verlag. 7. Auflage. \u00a01998<\/p>\n<p>Luhmann, Niklas<br \/><strong>Soziale Systeme: Grundriss einer allgemeinen Theorie.<br \/><\/strong>Suhrkamp Verlag. 14. Auflage. \u00a01987<\/p>\n<p>Luhmann, Niklas<br \/><strong>Die Gesellschaft der Gesellschaft.<br \/><\/strong>Suhrkamp Verlag. 7. Auflage. \u00a01987<\/p>\n<p>Schreibmayr, Werner<br \/><strong>Niklas Luhmanns Systemtheorie und Charles Sanders Peirce Zeichentheorie. Zur Konstruktion einer Zeichentheorie.<br \/><\/strong>Verlag: Niemeyer. 1. Aufl. 2004<\/p>\n<div class=\"a-section a-spacing-none\">\n<p id=\"title\" class=\"a-size-large a-spacing-none\">Austin,\u00a0John Langshaw<br \/><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\"><strong>Zur Theorie der Sprechakte<br \/>(engl. Originaltitel: How to do things with Words)<\/strong> <br \/>Reclams Universal-Bibliothek<\/span><span class=\"a-size-medium a-color-secondary a-text-normal\">.\u00a0<\/span><span class=\"a-size-medium a-color-secondary a-text-normal\">1986<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":32,"featured_media":0,"parent":5,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"scoped_notify_notify_others":"yes","footnotes":""},"class_list":["post-148","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/148","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/users\/32"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=148"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/148\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1715,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/148\/revisions\/1715"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/spaces.kisd.de\/identitaet\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}